Sudan: Sein Traum vom Fußball

Als Salah al-Nur den Gräueln des Bürgerkrieges in seiner Heimat Darfur entfloh, träumte er, nach Schulabschluss Fußballtrainer zu werden. Die jahrelange Flucht brachte ihn nach Israel, wo er vom Tellerwäscher zum Koch und Chefkonditor aufstieg, fließend hebräisch sprach und sich eine Wohnung leisten konnte. Seinen Fußballtraum verwirklichte er, in dem er mit Hilfe des Klub Inter-Mailand eine Mannschaft von Flüchtlingskindern trainierte. Dann kam die Aufforderung, sich im Auffanglager Holot in der Wüste zu melden: Wellblechbaracke statt Wohnung; Appell statt Arbeit. Seine israelischen Freunde engagierten eine Anwältin, die Entscheidung anzufechten, und Salahs Fußball-schützlinge schrieben einen rührenden Bittbrief an den Richter.  13.06.2014

Eritrea: Das „verlassene“ Land

Vier katholische Bischöfe haben einen kritischen Brief über das Leben im Land veröffentlicht, ohne die Regierung direkt anzugreifen, ein Risiko im “Nordkorea Afrikas”. „Verlassen“ sei das Land, weil so viele Menschen geflohen oder im Gefängnis sind. Menschenrechtler nennen Eritrea „ein riesiges Gefängnis“ mit häufiger Folter und kaum fairen Gerichtsverfahren. Wehrdienst bis zum 40. Lebensjahr treibt viele Männer außer Landes, jeden Monat etwa 3,000. Ein freies Land würde sie an-locken. Es bliebe keiner mehr, um nach den Alten zu schauen. Noch steht die Reaktion der Regierung auf den 38-Seiten Brief aus. Katholiken sind die zweit-größte kirchliche Gemeinschaft, und der Bischof der Hauptstadt hat erheblichen Einfluss.  13.06.2014

Dschibuti: Neue al-Shabaab Attacken

Großbritannien warnt, dass nach den Anschlägen Ende Mai neue Angriffe auf westliche Einrichtungen, wie die Militärstützpunkte von Frankreich und den USA, folgen könnten. Auch werden Bürger in mehreren ostafrikanischen Ländern, wie Äthiopien, Kenia und Uganda, die Truppen in Somalia haben, zur Vorsicht gemahnt, besonders bei den in Bars und Restaurants organisierten „Public Viewings“ der Weltmeisterschaftsspiele. Bei der WM 2010 kamen in Kampala 76 Menschen ums Leben.  12.06.2014

Simbabwe: Trotz Wirtschaftskrise ganz oben

Die neueste Erwachsenen Alphabetisierungsrate, vom „African Economist Magazine“ veröffentlicht, zeigt Simbabwe mit 90,7% an der Spitze, gefolgt von Guinea Bissau (87%) und Südafrika (86,4%). Die Lese- und Schreibfähigkeit ab 15 Jahre wird in den kommenden Jahren sinken, wenn sich die chaotischen Jahre bemerkbar machen, als unbezahlte Lehrer streikten und abwanderten und unzählige arme Kinder nicht mehr zur Schule gehen konnten.  12.06.2014

Südafrika: Neue Xenophobie Welle

In Pretorias Mamelodi Township wurden in den letzten Tagen 75 von Fremden, besonders Somaliern, betriebene Geschäfte geplündert. Zwei Menschen kamen ums Leben; Dutzende wurden verletzt. Flüchtlinge und Migranten wurden evakuiert, aber auch die Helfer kamen unter Attacke. Etwa 100 Angreifer nutzten einen Stromausfall, um in die Geschäfte einzudringen und Feuer zu legen. Trotz Vorwarnung hat die Polizei versagt; Legalität der Geschäfte schien ihnen wichtiger als Schutz von Leben und Besitz.  12.06.2014

Südsudan: Neuer Anlauf zum Frieden

Die langjährigen politischen Rivalen, Präsident Kiir und sein früherer Vize Machar, wollen die Waffen schweigen lassen und binnen 60 Tagen eine Übergangsregierung bilden. Seit der Eskalation des Machtkampfes Mitte Dezember sind Tausende umgekommen und eine Million auf der Flucht. Das Abkommen, nach mehrfach gescheiterten Waffen-ruhen, ist unter Druck des äthiopischen Präsidenten Desalegn zustande gekommen.  11.06.2014

Madagaskar: Unbequeme Einwanderer

Wissenschaftler haben die Regierung gedrängt, den giftigen Eindringling, eine asiatische Krötensorte, zu bekämpfen, bevor sich die gefährliche Amphibie weiter ausbreitet. Sie ist mit der giftigen Aga-Kröte verwandt. Madagaskars endemischer Artenvielfalt steht eine ökologische Katastrophe bevor, denn die Kröte kann Fauna und Flora vergiften. Die ersten Tiere wurden im März gesichtet.  11.06.2014

Sexuelle Gewalt in Kriegen

Ein Kongress in London vom 10. Bis 14. Juni, initiiert und vorbereitet vom Filmstar Angelina Jolie als UN-Sonderbeauftragte und Englands Außenminister Hague, und unterstützt von Papst Franziskus, sucht, ein Ende dieses grauenvollen Kriegsverbrechens zu erreichen. Über 1000 Vertreter aus 117 Ländern nehmen daran teil. Neben Gesandten von Regierungen, Religionsgemeinschaften, NGO’s und Opferverbänden sind auch Überlebende, Zeugen, Ärzte und Soldaten dabei. Hunderttausende Frauen von Bosnien über Darfur, Ruanda, Sierra Leone und DR Kongo haben unaussprechliches Leid und Stigmatisierung erlitten, während die Täter meist straffrei bleiben. Im Kongo werden stündlich immer noch 48 Frauen vergewaltigt.  11.06.2014

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